Wie Atmen.

Ich hatte gewartet.

Gewartet, dass die Inspiration wiederkommt, um den nächsten Blogpost zu schreiben. Und was kam?

Nichts.

Je länger ich wartete, desto stärker wurde das Gefühl, es nicht hinzukriegen. Dass ich zu hoch gestapelt hatte und jetzt nichts mehr von mir kam. Dass ich geglaubt hatte, etwas zu können. Ich hatte etwas angefangen, was jetzt drohte zu scheitern.
Mit viel Willen suchte ich also nach dem nächsten Thema, was sich richtig anfühlte. Probierte im Kopf schon die ersten Sätze zu formulieren, so wie ich es immer tat, wenn ich schrieb.

Doch da war nichts. Stattdessen nur Leere in meinem Kopf und Druck in meinem Körper. Wieder dieser bekannte Druck abliefern zu müssen. Der bekannte Druck, der mich früher zum Funktionieren zwang.

Heute weiß ich, dass ich gar nichts muss. Ich muss nicht schreiben. Ich muss nicht zwanghaft nach Worten suchen, nur damit etwas aufs Papier kommt.
Heute weiß ich, dass es kein Scheitern ist, wenn man etwas gerade nicht tun kann. Oder eine gute Idee begraben muss, weil es sich plötzlich doch nicht mehr richtig anfühlt.
Heute weiß ich, dass ich alles sein lassen kann, was mir nur Energie raubt, statt mir Energie zu schenken.
Heute spüre ich, wie ich voller Vertrauen und Neugierde beobachten kann, was in mir passiert. Wie alte Muster und Glaubenssätze wieder um die Ecke kommen und versuchen Raum einzufordern. Ich beobachte es ganz ohne Wertung, denn es ist weder gut noch schlecht. Es gehört einfach nur zu mir.

Wie Atmen. Ganz selbstverständlich.


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