Im Herzen voller Schuld.
Wie konnte es nur soweit kommen, dass das Gefühl von Schuld ein ständiger Begleiter von Mamas ist? Dass wir tagtäglich daran glauben, es nicht gut zu machen. Dass wir uns innerlich dafür selbst niedermachen, weil unsere Gefühle am Ende des Tages vor Erschöpfung blank liegen und wir den x-ten Wutausbruch des Kindes nicht mehr souverän begleiten können, sondern laut werden.
Denken wir weiter, wird deutlich, dass das Gefühl der Schuld eine Ursache dafür ist, dass wir Mamas uns über unsere Grenzen hinaus aufopfern. Die Flucht in den Perfektionismus, um ja alles richtig zu machen und die Schuld nicht zu spüren, führt unausweichlich zur Erschöpfung, zu noch mehr Frust und Selbstaufgabe.
Es wird Zeit, dass wir die Schuld spüren und nicht mehr dagegen ankämpfen. Es wird Zeit, dass wir die Schuld als einen Gast in unser Leben einladen und verstehen, dass sie uns etwas sagen will.
Entsprechend des Eisbergmodells nach Sigmund Freud liegen 80% unseres Verhaltens ursächlich im Unterbewusstsein (bezogen auf das Eisbergmodell also unter der Wasseroberfläche und damit für uns nicht sofort sichtbar). Das heißt, die Gründe, warum wir fühlen, was wir fühlen, liegen im Verborgenen und werden dort bleiben, wenn wir uns ihnen nicht bewusst widmen.
Die Auflösung deiner Schuldgefühle beginnt genau dort – unter der Oberfläche. Unter dem, wofür dein Schuldgefühl eigentlich steht. Unter dem Nebel der Schuld kommst du endlich mit deinen eigentlichen Gefühlen in Kontakt. Überforderung, Wut, Gefühle der Wertlosigkeit. Und ja, es ist verdammt schmerzhaft und es braucht Mut hier tatsächlich hinzuschauen. Schaffst du es, hier hinzuspüren, was da ist, gelangst du zu dem Ursprung deiner Schuld.
Zu einem tiefsitzenden Bedürfnis in dir.
Dem Bedürfnis, es als Mama gut machen zu müssen, um gesehen zu werden. Dem Bedürfnis, es perfekt zu machen, weil du gelernt hast, dass du dann erst geliebt und gewertschätzt wirst. Dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit, das du fühlst, wenn du es genau so machst, wie dein Umfeld es von dir erwartet.
Es wird Zeit, dass du als Mama genau hinschaust und spürst, was in dir wirkt. Welche Bedürfnisse, welche Wahrheiten, welche Überzeugungen.
Es wird höchste Zeit zu hinterfragen, ob all dies wirklich für dich stimmt. Ob du wirklich abliefern musst, um geliebt zu werden. Oder ob du nicht schon alleine deshalb liebenswürdig und wertvoll bist, weil du genau die Person bist, die du bist.

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